Der Naturschutzpark der Sierra de Grazalema wurde von der UNESCO zum Reservat der Biosphäre erklärt. Sie ist der westliche Ausläufer der Serranía de Ronda, ein Gebirgszug im äußersten Südwesten Andalusiens, der überraschenderweise die niederschlagsreichste Gegend Spaniens ist. Mit dem Pico de Torreón erreicht sie ihre höchste Erhebung mit 1654 m über Meeresspiegel. Durch die einmalig schöne Landschaft führt eine der Routen der Weißen Dörfer und führt damit Grazalema, Ubrique und Zahara de la Sierra zusammen. Insgesamt 13 Dörfer befinden sich im Gebiet des Naturschutzparks: Grazalema, Zahara de la Sierra, Villaluenga del Rosario, Benaocaz, Ubrique, El Bosque, Prado del Rey und el Gastor gehören zur Provinz Cádiz, während Benaojan, Montejaque, Cortes de la Frontera, Jimena de Libar und Ronda zur Provinz Málaga gehören.
In dem waldigen Gebirge der Sierra de Grazalema finden sich vor allem Steineichen, portugiesische Eichen, Korkeichen und Johannisbrotbäume. Besonders interessant ist das Vorkommen der naturgeschichtlich sehr alten Igeltanne, die sich in diese Sierra zurückgezogen hat. Auch Orchideen und Pfingstrosen können in dieser atemberaubenden Landschaft vor, durch die der iberische Steinbock und Rehe, aber auch Wildschweine und viel Rotwild ziehen. Selbst Fischotter lassen sich an manchen Bächen finden. Vogelfreunde können u.A. Gänsegeier, Steinadler, Blaumerle und Mittelmeersteinschmätzer antreffen.
Das 1700 km2 große gebirgige Naturschutzgebiet im westlichen im westlichen Ausläufer der Betischen Kordilleren ist einer der größten Korkeichenwälder der Erde, von denen in höheren Lagen geradezu majestätische Exemplare wachsen. Wenn die Korkschicht 7-10cm dick ist, was ungefähr alle 9-10 Jahre der Fall ist, schneiden Waldarbeiter den Kork ab und führen ihn der weiteren Verarbeitung zu. Außer Korkeichen gedeihen noch Steineichen, wilde Olbäume, Weißdorn, Adlerfarn und verschieden Sträucher. Eine Besonderheit sind an schattigen und feuchten Abhängen wachsende Bestände einer der Portugiesichen Eiche verwandten Art, die stark mit Epiphyten (Pflanze, die auf anderen Pflanzen wächst, sich aber selbstständig ernährt) bewachsen sind.
Naturschutzpark Sierra de Grazalema